Wandsbeker Plörre, the real and only Etikettenbier

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Inhalte überwinden

Alle reden und schreiben sie von Bier, Craftbier.

Sie reden und schreiben von Zutaten,

von Hopfen- und Getreidesorten und niemand, wirklich niemand kümmert sich um das wahre Etikett.

Kein Blog widmet sich dem Etikett und seinen Manigfaltigkeiten, keine Fernsehsendung, die sich der Ansprüche eines Etikettes annehmen würde, kein Nickname in den sozialen Medien, der dem Etikett gewidmet wäre.

Niemand nennt sich Etikettenheld, Etikettenbrauer, EtikettenJane oder gar, EtikettenTarzan.

Das muß aufhören, sagten wir uns in Hamburg Wandsbek und beraumten einen Parteitag an.
Bereits früh am Nachmittag, die Sonne stand noch Zeuge, trafen wir uns im Bierland zur Etikettenverkostung, denn uns war klar, auf die Sinne kommt es an!
Ein Etikett muß auf den Blick gefallen,

es muß den Tastsinn schmeicheln,

es sollte nach Fernen Ländern duften und bereits beim ersten Abschlecken eine Erregung oder zumindest die Phantasie in Gang setzen.
Die Beschriftung setzte unserem Handwerksgedanken einige gesetzliche Schranken.

Wir wollten Inhalte überwinden,

weit über das Vorhandene hinausgehen, mußten jedoch die Mengenangaben gesetzestreu wiedergeben.

Selbiges obwohl wir wußten, daß der Inhalt nicht interessiert, sondern die Botschaft an und für sich.
Also fügten wir uns den Kompromissen und drängten die Inhalte an den Rand des Etiketts.
Das Papier haben wir in mühevoller Handarbeit aus feinsten Pflanzenfasern und tropischem Weichholz hergestellt. Viele junge Wilden halfen uns beim Holzsammeln und haben es wirklich gerne und so freundlich für uns zusammengetragen. Ein Hauch von Silvestrum, Unverbrauchtem und Ursprünglichen.
Dann der Leim, dieses extrem verwirrende Etwas, das sich trocken mit dem Papier und Glas verbindet und naß alles ausser Kraft setzt und so samt Etikett am Glas entlanggleitet, rein so naßschleimmäßig. Der Wahnsinn!
Auch hier verbrachten wir wieder Stunde um Stunde, schleckten hier, schleckten da, befeuchteten und ließen trocknen und speichelten wiederum auf Neue ein.

Hervorgegangen ist nun das erste Craftetikett, dem wir unsere ganze Mondscheinenergie gaben.
Wir trafen uns, dieses sei hier noch angemerkt, bei zunehmendem Licht, als die Energie über unsere Mutter Erde schwebte, und Merkur im dritten Haus stand, während Jupiter ebenda fremd ging.
Wir empfehlen unseren begeisterten Biertrinkern das Etikett nach Vertilgen des Bieres einzuschleimen, von der Flasche gleiten zu lassen und es einem Lieblingsplatz anheimzuheften. Die Flaschenreiniger sagen nämlich, daß mit jedem maschinellen Abwaschen eines Flaschetiketts, ein Gnom zu weinen anfängt und damit langfristig gesehen, der Meeresspiegel das Steigen nicht unterlassen wird können.
Nunc es bibendum

Verfolgen Esther:

Beerdealer

Frau Isaak, was würden Sie in Ihrem Leben rückblickend gerne ändern?

„Nur den Geburtsort“ die Antwort – aber selbst das ist nicht schlimm. Mein Atmen begann mit 45° Celsius. Ich schätze das Hamburger Schmuddelwetter.

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