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Und morgen wird heute gestern gewesen sein

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Und morgen wird heute gestern gewesen sein

Die erste Nachricht, die uns gestern schockte, war die, daß die Schankwirtschaft in Hamburg geschlossen bzw. an einen anderen Pächter übergeben wird.

Die zweite war11/9 in den USA, das Wahlergebnis.

Subsumierend kann heute nicht viel zu den Ergebnissen kommentiert werden. Gedanken kommen einem jedoch, die seien hier mal in den Raum gestellt:

1. Hast Du keinen fetten Investor an Bord, kannst Du nicht überleben
2. Der Kunde hat nicht genug im Geldbeutel, um genug zu trinken, damit eine Bar davon leben könnte
3. Der Kunde revoltiert gegen das kleinere Unternehmen, weil er ALDI und LIDL seiner eigenen Wirtschaftssituation entsprechend als GUTE sieht.
4. Der Kunde findet sich schon gut, wenn er in den REWE geht und dort einen Teil seines Bieres zu einem Preis bekommt, der 5 € unter meinem Einkaufpreis pro Kiste liegt.
5. Er kann nicht verstehen können, daß Turbokapitalismus so funktioniert.
6. Er muß sich von einem Kleinunternehmen ausgebeutet und verarscht fühlen.
7. Der Kunde, der ein wenig mehr nachdenkt, geht in den EDEKA und meint, daß er einen Einzelhändler unterstützt. Damit unterstützt er jedoch erst recht das Establishment. Märkte wie diese waren die ersten, die dem Kiosk das Zeitschriftensortiment und danach auch das Biersortiment weggenommen haben. Der Kunde findet es praktisch. Das kann ich verstehen.
8. „Wenn Du in Gegenwart der Großen überleben willst, biete das, was die nicht machen“ heißt es immer so schön. Das Beispiel Schankwirtschaft zeigt, daß dieses nicht stimmt. Sie waren kompetent und hatten die Biere am Hahn, die sonst keiner hat. Und nett waren sie auch. Die Preise waren ok, wenn man die Einkaufspreise kennt. Trotzdem hat es keinen Spaß gemacht, sonst würden sie jetzt nicht das Handtuch werfen.
9. Ich verstehe sie.
10. Würde in Deutschland ALDI kandidieren, würde es haushoch gewinnen.

Die CRAFTBIER-Gruppe bei Facebook hat ca. 6600 Teilnehmer. Das ist nach all den Jahren verdammt wenig. Die Umsätze der neuen Brauereien sind meistens im Bereich von unter 1000 HL jährlich und das obwohl sie bei EDEKA und REWE stehen. Auch hier sieht man wieder im Distributionsbereich, daß nichts durchdacht ist, daß es nicht um eine bessere und gerechtere Welt ginge, daß dem Craftbierbrauer völlig egal ist, wo sein Bier steht. Hauptsache er bekommt seine Ware möglichst schnell unter ein anderes Dach. Wenn ich ab CRAFTBrauerei kaufe, liegt mein Preis bis zu 10 € pro Kiste über dem des Großabnehmers.

Vielleicht wähle ich ja auch irgendwann ALDI.

Gedanken von Esther Isaak

 

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