Mit Herz und Qualität – Zum Tag des Deutschen Bieres

Hopfen im FrühlingAm 1. Mai  wird das Bierland Hamburg 10 Jahre unter meiner Regie geführt. Dieses Datum verleitet dazu, einmal zu überlegen, was es am 1. Mai 2005 in Deutschland gab.

Es gab vergleichsweise wenig. New Castle Brown Ale und Lagerbiere aus Fernen Welten waren schon der absolute Kick. Ganz leise entwickelte sich in Berlin die Bierlinie und in Hamburg importierten schon seit den siebziger Jahren Wolfgang und Christel Starck Biere aus Fernen Ländern. Sie taten dieses mit zu der Zeit sehr großen Widerwertigkeiten, da die Protektion des deutschen Bieres vor verunreinigten ausländischen weitaus strenger betrieben wurde.

2007 warf der Däne Henrik Kierkegaard ein paar Steinchen ins Wasser, um zu sehen, welche Wellen sie schlagen könnten. Zwischenzeitlich traute sich die Schneider Weisse mit TAP5 Meine Hopfenweisse auf den deutschen Markt und Mark Rauschmann kam auf den Plan. Ob es Sylvia Kopp mit ihren schönen Texten zu Bier, Markus Harms mit seiner Bier & Brauhaus oder Wolfgang Stempfl mit der Doemens Akademie oder die Gruppe um Peter Esser, der in Köln Altbier braute, Fritz Wülfing in Bonn oder Gerhard Schoolmann in Bamberg oder Lars Seyfried in Hamburg mit der Kampagne für Gutes Bier waren – alle wollten nur eines: Vielfalt.

Was haben wir heute für eine reiche Bierwelt in Deutschland!

Selbst die vor fünf Jahren noch so begehrten Sierra Nevada stehen heute nicht mehr vorne in der Nachfrage nach India Pale Ale. Ob es nun die Biere aus dem Odenwald, aus Bad Rappenau, München, Köln, Bonn, Berlin, Mainz, Bamberg, Leipzig, Münster, Truchtlaching, Kelheim, Augsburg oder aus Hamburg sind: Überall bekommen wir inzwischen regionale und kreative Köstlichkeiten.

Das sollte uns an diesem Tag, dem Tag des Deutschen Bieres freuen. Woran liegt es? Wie konnte es sich so schnell verändern?

„Wir haben in Deutschland eine Gruppe von Brauern, die mit Herz und Qualität brauen,“ so oder ähnlich sagte es Philipp Lahm nach dem Rückspielsieg in München. Und er hat Recht, er hat Recht auch in dieser Reihenfolge. Wenn wir unser Können mit unserem Herzen in Einklang bringen, dann sind wir unschlagbar gut. Was uns manchmal fehlt, ist der Teamgeist, das Miteinander. Dann verlieren wir uns in unseren negativen Erfahrungen und stehen uns selbst und dem Guten Bier im Wege. Um mit Gerrit Lerch zu sprechen: Laßt uns mal den Feind in den Arm nehmen und das feiern, worum es geht: Unser Bier!

Text&Foto: Esther Isaak

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