In welcher Brauerei würde Mesut Özil sich wohl fühlen

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Was wäre, wenn Mesut brauen würde? Wäre er dann der Glückliche?

Mesut bedeutet wohl der Glückliche. Gestern war er es. Mindestens zum Schluß. Mindestens für 30 Sekunden. Dann versank das Lächeln wieder in diesem zarten, verletzlichen Körper und die Leere nahm stattdessen Platz.

Dieser Mesut spielt so grandiosen Fußball, daß er dringend umschulen sollte. Denn er ist unglücklich und heimatlos. Sein Perfektionismus treibt ihn in die Glücklosigkeit, dieser ewige Versuch, den Ball noch besser zu dirigieren, dieses ständige Feilen am Nichtvollendeten, macht ihn wahnsinnig.

Er ist Fußballer, weil er es kann und nicht weil er es mag. Wenn die Mannschaft aus dem Bus steigt, gibt es einige, denen noch nach Scherzen zu Mute ist, andere, die einfach stumpf routiniert den Koffer hinter sich herziehen und dann irgendwann kommen die hängenden Flügel aus dem Bus und man ahnt, daß der Mensch, der jetzt in die Umkleidekabine trottet, sich erhofft, dort keinen Kumpel mehr anzutreffen.

Denn er haßt das Sprücheklopfen, Zotenreißen und das Gegröle, daß seine Kunst umgibt. Am liebsten würde er sich in aller Stille seiner Akrobatik widmen. OK. Schweinsteiger, Müller und Neuer dürften mit dabei sein:
Schweinsteiger, weil er als Mensch echt in Ordnung ist, Müller, weil er auch nur Fußball im Kopf hat.
Und dann mal zusammen in aller Ruhe richtig kicken!

Aber immer dieses Sich-Präsentieren-Müssen, diesen Quatsch der Kommentatoren über sich ergehen lassen müssen. Er kann nicht mehr. Warum macht eigentlich nicht sein Papa das für ihn. Wer auch noch in Ordnung geht, ist der Jogi Löw. Der versteht ihn, ist auch nicht so ein Haudegen und dem hat er viel zu verdanken. Darum hat er sich vorgenommen, diese WM zu überleben, sie als Champion hinter sich zu lassen. Noch dreimal zusammen duschen, dann ist es vorbei.

Mesut Özil fühlt sich auf der WM genauso unwohl, wie Alexander Himburg auf Messen. Mesut Özil hätte einen Braukunstkeller.

Esther Isaak

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