„ein naturtrübes Weizen!“

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Kommt ein Kunde in den Laden

„ich hätte gerne ein naturtrübes Weizen“  Was genau will er?

Es gibt Weizen, die sind filtriert und darum nicht trüb, sondern klar.

Dann gibt es Weizen, die sind nicht filtriert und man kann Schwebeteilchen durch die Flasche zirkulieren sehen.

Dann gibt es Weizenbiere, die nennen sich naturtrüb und sehen eher durchgehend milchig, also trüb aus, und sind durch Erhitzung zu dieser Verfärbung gekommen.

Und dann gibt es Weizen, die sehen klar aus und haben einen Bodensatz von Hefe, von dem böse Zungen behaupten, daß es untergärige Hefe sei. Diese wollen suggerieren, daß sie Flaschengärungen wären.

Und dann gibt es Weizen, die Flaschengärungen sind und in meinen Augen die köstlichsten und frischesten. Diese jedoch sind im oberen Dreiviertel der Flasche klar.

Und dann gibt es Weizen, die sind kalt gehopft und unfiltriert, und haben eine leicht grünliche Trübung.

Wer ist jetzt der Naturtrübe?

Der Begriff ist nicht geschützt und darum auch so unklar.
Die Industrie freut es. Der Biertrinker ist verwirrt.
Der Verkäufer hat oftmals kaum eine Chance, das richtige Bier zu empfehlen.

Der Kunde bleibt König, egal wie unklar sein Begehren sein mag. Der Verkäufer hat die Aufgabe, über gezieltes Nachfragen zu erfahren, was der Kunde eigentlich möchte.

Mein schwierigster Kunde wollte ein Weizen, daß nicht mit Hefe gemacht sei.
Weizen

Ich danke der Craftbier Gruppe bei Facebook für die Anregungen zu diesem Text.

 

Esther Isaak

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