Bitter-Quassia-Ale der Bierzauberei

Die Stunde der Wahrheit

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Triple-Magnum-Super-Bitter-Quassia-Ale, 6.5 % aus der Bierzauberei bei Wien. Hätte ich es blos in einer größeren Runde geöffnet. Das Bier besticht durch eine unendlich lang an den Zungenrändern und Mundschleimhaut haftenden Bitterkeit, die sich nach hinten dem Zungenabgrund hinzu durchzieht und dort durch Befeuchtung auch nicht weggewischt werden kann, und die nie, nie mehr verschwinden will, die bleibt, minutenlang, 5 Minuten, 10 Minuten, noch viel länger.

Karbonation kaum vorhanden, das fällt aber merkwürdigerweise auch nicht negativ auf, wird nicht vermisst. Man ist vermutlich komplett damit beschäftigt die Bittereinheiten zu verdauen.

Ein Bier der Bitterkeit, das Ansprüche an den Biertrinker stellt und ihn hineinführt in eine klösterliche Kargheit mit einem schweren, dunklen Hauch von Selbstkasteiung. Ist es eine Bittere die noch schmeckt und an der man Wohlgefallen finden kann? Was reizt an dem Bier?

Gallig, hopfengrün fließt das Bier in das Glas, das Glas wird zu einem Höllenschlund, aber nichts brodelt und schäumt. Ruhig und still liegt das Bier im Glas. So wie diese Flüssigkeit in dem Kelch den Dumbledore austrinken muss, weil am Boden des Kelchs das Medaillon mit dem vermuteten Horcrux liegt. Alleine würde Dumbledore es nicht schaffen, Harry Potter muss ihn dazu zwingen, den Kelch ganz auszutrinken.

So ist das Bier, eine Grenzerfahrung, so etwas Bitteres habe ich noch nicht getrunken. Kann ich es empfehlen? Ja! in einer Runde mit 2-5 Personen. Eine Grenzerfahrung. Es gibt ja Leute die steigen auf 8.000 m hohe Berge, so ist das Bier, so ähnlich wie ein stiller Berg mit seiner Todeszone im ewigen Schnee. Unschuldig, flach und harmlos liegt es mit einer schönen Farbe im Glas und wartet auf den Trinker um dann loszuschlagen und den Trinker nicht mehr loszulassen, auch lange nach dem letzten Schluck.

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