Buchweizen – ein Schelm, der dabei an Bier dächte

„Dumm wie Brot“ ist einer der aktuellen Bestseller, ein Buch aus der Abteilung Ewig Leben durch korrekte Ernährung. Lapidar kann man die Theorie so zusammenfassen: Brot, das mit Getreide wie Weizen, Dinkel, Roggen, Kamut, Emmer, Einkorn und Hartweizen gemacht wird, macht besonders dumm, weil diese besonders viel Kleber-Eiweisse mit sich bringen. Die Theorie: Es verkleistert alles und kann Alzheimer hervorrufen.

Nicht ganz so schädlich sind Gerste und Hafer.

Sehr gut, weil Klebereiweiß-frei, sind Hirse, Mais, Reis, Teff und die Pseudogetreidesorten: Quinoa, Amaranth und Buchweizen.

Wer also eine Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) hat, sollte zu den Pseudogetreidesorten greifen. Leider gilt diese Gruppe als unvermälzbar. Beim Keimen des Getreides (Mälzen), werden nämlich die natürlichen Enzyme freigesetzt, die für den weiteren Brauprozess vonnöten sind.

Um nun Bier beispielsweise damit einzubrauen, müßten künstliche Enzyme zugesetzt werden. Das ist in Deutschland aber schwierig. Dieses Land schluckt zwar Unmengen an Pillen, aber bitte keine künstlichen Enzyme ins Bier. Jeder von uns benutzt zwar täglich Enzyme, wenn er beispielsweise mit Spucke etwas reinigt: Finger einspeicheln und den Dreck entfernen. Das hat jeder von uns schon einmal gemacht. Unsere Körperfunktionen sind eine wunderbare Welt der Enzymfunktionen, aber im Bier sind sie, so sie nicht über Malz dazugegeben werden, böse, unrein. (Sollen die Menschen, die das nicht vertragen, doch einfach etwas anderes saufen und sich nicht so anstellen). Lieber Demenz als Konkurrenz. Deutsches Bier ist enzymrein. Basta.

Jetzt gibt es von der Spalter Brauerei ein Buchweizen, das mit Buchweizenmalz hergestellt wird und wer es genau wissen will, der lese nach, daß und wie man dieses Wunderkorn sehr wohl vermälzen kann. Natürlich kann man es machen. Wahrscheinlich ist die Lobby der Erkrankten noch zu klein, um hier einen Markt zu sehen.

Anzumerken wäre noch, daß dieses Korn auch gerne für Biogas verwendet wird, daß der größte Produzent Rußland ist, daß es ein sehr genügsames Wesen ist, daß es leichte Böden bevorzugt und daß Bienen die Blüten lieben.

Und noch eine Anmerkung zu den Beschreibungen der Internetshops: Das Spalter Buchweizen, ist kein Weizen. Wenn man es an die ca. 400.000 betroffenen Zöliakiekranken verkaufen will, spricht man nicht von einem Weizen

A: weil es keines ist

B: weil es den Kunden abschreckt. Logisch, oder?

Buchweizen im GlasUnd wie schmeckt es?

Ich finde es köstlich, erfrischend zitronig, für 2,3 % Alkohol doch vollmundig und mit verschlossenen Augen würde es mir noch besser schmecken.

Ein Biobier in eine hellgrüne Flasche zu füllen, ist ein Vergehen. Damit wird das Biolabel authentisch. Es ist eben nur das das Supermarktlabel der Europäischen Union und die Werbeagentur hat wahrscheinlich gesagt: Das ist frischer! .

Auf dem Etikett steht, es sei isotonisch. Das ist Quatsch: Alle Biere mit Alkohol sind hypertonisch

Des weiteren habe ich nichts gegen trübe Biere, wenn sie sich im Laufe der Lagerung klären. Da dieses Bier aber nicht klarer wird, legt sich mir die Vermutung einer Pasteurisierung (Haltbarmachung durch Erhitzung) nahe. Ich schließe dieses aus der langen Haltbarkeit und ich deute das modrige Aussehen als Eiweißtrübung. Das weiß ich aber nicht. Und wir wollen ja auch nicht zu streng sein.

Es gibt so viele nicht schmeckende glutenfreie Biere, daß es schon eine wahre Freude ist, mal was Köstliches zu trinken.

Und ein letzter Satz: Immer geschältes Buchweizenkorn benutzen!

Text und Fotos: Esther Isaak

 

 

 

 

 

 

 

 

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