Amarsi / Simaro – Kampf um Liebe

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Amore, Liebe, sich lieben = Amarsi (italienisch), liebe deinen Nächsten – Biertrinker oder Biertrinkerin. Ausgerechnet – das ist die IPA-bittere Ironie – am Amarsi, dem starken IPA, das viele lieben, entbrannte der Streit  zwischen Alexander Himburg und der bayrischen Hofmark Brauerei. Aus Amarsi wurde Simaro – geschüttelt oder gerührt?

An der radikalen Nächstenliebe des Jesus von Nazareth entzündet sich noch heute Streit. Jesus ist auferstanden und nahezu ebenso Alexander Himburg. Beinahe wäre er Querschnittgelähmt gewesen, ein ganzes langes Leben lang oder tot, das dauert bekanntlich noch länger. Vielleicht hat er schon vorher die Rechnungen nicht bezahlt, war schon vorher nicht an den Brautagen anwesend. Ich mag es nicht recherchieren und freue mich vor allem, dass es ihm wieder gut geht.

Helmut Adam und Sepp Wejwar, von „Bier, Bars u. Brauer“, haben nun einen langen und ausgewogenen Artikel mit vielen Informationen  über diesen Eklat geschrieben. Drei Anmerkungen möchte ich zu diesem Artikel und zum Thema machen, weil mir in all der Ausgewogenheit des Artikels etwas die Wärme für die Kleinen und Bier-Vorreiter fehlt:

Erstens

Das störte mich zuerst am Artikel: die belehrenden Einschübe über die vor Wut blinden Craftbiertrinker,  die überschäumend einen shitstorm lostreten, wenn es gegen ihre Lieblinge geht.  Ich würde so formulieren: Auch wenn Hofmark ebenfalls klein ist, das Herz des loyalen Biertrinkers schlägt für den Kleineren! So war es eben unstreitig Himburg der uns als einer der Ersten mit einem gescheiten IPA beglückte und nicht die Hofmark. Liebe kann vielleicht auch etwas blind machen.

Zweitens

Wenn Hofmark bei der Weiterentwicklung der Biere in gleicher Weise arbeitet wie bei der plump-dumm-dreisten und unkreativen Kopie der Himburg Etiketten und Biernamen,  dann glaube ich zuerst einmal nicht, dass das Bier tatsächlich besser geworden ist, sorry, Beweislastumkehr! Deutlich zu oft habe ich gelesen oder gehört wie einfach es sei mit dem Hopfen im IPA die Fehlaromen des Bieres zu übertünchen. Das mag wohl wahr sein. Wenn es so einfach ist, ein IPA zu brauen, dann frage ich mich, warum ich immer noch viel zu oft  malzlastige Böcke trinken muss, die sich zwar IPA nennen aber durch kaum wahrnehmbare Hopfenaromen nicht himmelwärts stürmen, sondern lediglich süß in die Verdauungsorgane absacken, um sich dann am Bauch niederzuschlagen. Solche Biere werden weiterhin und insbesondere von Newcomern und kleineren, mittelständischen Brauereien auf den Markt geschüttet.

ich möchte mich wiederholen: Es waren und sind vor allem die Quereinsteiger (z.b. Ale-mania von Fritz Wülfing, Braukollektiv aus Freiburg) und Gypsybrauer wie z.B. Alexander Himburg die als Erste(!) neue Bierstile für uns gebraut haben und eben nicht die Hofmarks aus den bayrischen Traditionshochburgen und Lederhosen- und Brauprovinzen, oans, zwoa, gsuffa. Deshalb schlägt unser Herz  für die Gypsys und die Kleinen und wir werden – zugegeben – sehr leicht sauer und kippen in den shitstorm modus, wenn man uns in’s geliebte Bierglas oder an den Bierbauch pinkeln will oder wenn man uns für dumm verkaufen möchte.

Drittens

Systemisch wird in unserem Wirtschaftssystem Größe belohnt. Von positiven Skalierungseffekten profitieren die Kleinen nicht. Nur ein Beispiel: Fährt der Biergroßhändler(!)  vom Hof der Brauerei durch’s Tor mit seinem Laster, wird bereits die Rechnung abgebucht. Wie lange ist das Zahlungsziel von Rewe, Edeka und CO.KG?  Aus diesem Grunde schlägt unser Bierherz schneller und wärmer für die Kleinen und langsamer und kälter für die Großen.

Sicherlich ist alles Rechtens was die Fritzen von Cola gemacht haben. Wenn aber 2 Fritze auf einen Fritz losgehen, dann schlägt mein Herz für den einen Fritz. Basta! Und unleidig werde ich, wenn mir direkt oder indirekt Blindheit vorgeworfen wird. Wir sehen!

Mein Fazit

Ich vermisse also etwas die Herzenswärme und Anerkennung für die Kleinen, die Pioniere und Vorreiter für mehr Biervielfalt im Artikel von Helmut Adam und Sepp Wejwar.  Hofmark ist zwar auch klein, jedoch kein Bier-Pionier, oder habe ich hier etwas verpasst? Ohne diese Bierpioniere wären wir immer noch bei „oans, zwoa, gsuffa“

 

Ein dreifaches Cheers und „Hoch die Gläser“ auf die Bierpioniere und Vorreiter für Biervielfalt!

 

Bildnachweis:

von Internet Archive Book Images [No restrictions], via Wikimedia Commons: „The story of the Iliad“

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